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BLACKbook: Scorpions-Tour - Tag 3

Leipzig: Arena Leipzig

Im Leben können die Dinge manchmal eine überraschende Wendung nehmen. Was gestern noch ein stressiger, bisweilen beängstigender Tag war, ist heute von einer entspannten Atmosphäre umgeben, einem Gefühl, wieder die Kontrolle erlangt zu haben. Wir erreichen sicher und pünktlich die Arena, die Crew der Scorpions - liebevoll "die sCREWpions" genannt - haben schon längst mit Bühnen - und Lichtsetup begonnen. Ein emsiges Treiben zwischen dem Duft von Kaffee und dem dröhnen von schwerem Werkzeug. Die Arena ist eine coole Location, und wenn auch nicht so riesig wie die Lanxess Arena, so ist sie immer noch ein beeindruckendes Bauwerk. Es wäre zu viel behauptet, dass sich Routine eingestellt hätte, aber wir fühlen uns alle deutlich sicherer.

Es gibt nicht viel zu tun und nicht viel zu erzählen, wir haben viel freie Zeit zu verleben; der Aufbau unserer Sachen ist schnell und doch in Ruhe geschehen, sodass wir uns dem wahren Grund widmen können, weswegen jeder Musiker danach strebt, auf derartig großen Bühnen zu spielen - DAS ESSEN! 

Ich mache mir mittlerweile Sorgen, dass ich nach meiner Rückkehr nicht mehr in meinen alten Mazda passen werde. Ich meine, schaut euch das an! Allerdings ist das schlimmste, was mir passieren konnte, die Nachtischauswahl...selbstgemachte Brownies, Kirschkuchen, Vanillecremes mit Aprikosentopping, Schoko-Mousse-Kuchen mit Kirschfüllung...wer es noch nicht rausgelesen hat, ja, ich habe ein Problem, ja, ich bin Kuchenabhängig. Und dieser Versuchung hier halte ich nicht stand. Und leider ist es unmöglich - egal wie groß die Bühnen auch sind - die überschüssige Energie in Form von Kuchenkalorien wieder abzubauen, völlig egal wieviel ich herumrenne.  

Die Zeit vergeht also wie im Fluge, wenn man nur genug Kuchen hat! So ist es auch schon fast Showtime, wir stehen an der Bühne bereit, warten auf das Intro als Startsignal...doch das Intro läuft nicht. Etwas ist schiefgegangen. Hektik. Schnelle Bewegungen auf der Bühne. Ratlosigkeit. Hunderte und aberhunderte Meter an Kabeln, nochmal genauso viele Steckverbindungen. Etliche Fehlerquellen, und das, was wir den ganzen Tag zu viel hatten, rinnt nun langsam durch unsere Finger - Zeit. Ich spüre, wie meine Muskeln sich anspannen, die Hände werden feucht, der Herzschlag steigt stetig. Doch dann höre ich es! Unser Intro läuft! Der Fehler ist gefunden, 20 Sekunden bis wir auf die Bühne können. Wir versichern uns, dass nun nichts mehr schief geht, und betreten die Bühne. Im Leben können die Dinge nunmal eine überraschende Wendung nehmen.

Nach der Show ist alles wieder im grünen Bereich. Wir sehen uns die Show der Scorpions an und wie sie die Arena Leipzig rocken, treffen noch ein paar unserer Gäste und genießen noch ein paar Drinks, bevor wir einladen und ins Hotel fahren. Es gibt nicht viel mehr zu erzählen, darum sehen wir uns morgen wieder, wenn unser Weg nach Frankfurt beginnt! 

Bis dann,
Stef out